Einsteiger-Infos

Herzlichen Dank für Ihr Interesse am Übungsangebot des Zen-Kreises Halle (Saale) e. V. Gern wollen wir insbesondere Einsteigern ohne Vorerfahrungen den Zugang zum Themenkreis „Buddhismus, Zen-Buddhismus und Zen-Meditation“ erleichtern, denn vor allem die praktische Übung bedarf im Vorfeld einiger Erläuterungen.  Uns ist es wichtig, dass Sie ein Gefühl für die Formen, Inhalte und den Sinn einer aus einem anderen Kulturkreis stammenden Religion bzw. Weltanschauung mit einer mehr als zweitausendjährigen Tradition bekommen. Wir möchten, dass Sie einschätzen können, was Sie an einem Übungsabend erwartet und wir möchten Sie ermutigen, sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Sie nach einer evtl. Teilnahme an einem Übungsabend nicht ausfragen, wie es war, Sie nicht auffordern werden, wieder zu kommen und mit Ihnen auch keinen unaufgeforderten Kontakt suchen. Dies ist kein Ausdruck von Desinteresse oder elitäres Gehabe, sondern ein Zeichen des Respekts vor Ihrer Person und Ihrer Entscheidungsfindung. Wir missionieren nicht und da Zen letztlich nur einer von vielen spirituellen Wegen ist, liegt es uns fern, diesen Weg als besser, den besten oder gar „einzig wahren“ zu präsentieren.

Häufig gestellte Fragen (Klick auf Frage öffnet Antwort)

1. Warum sollte ich Zen praktizieren?
Um glücklich zu werden und Weisheit und Mitgefühl zu entwickeln.
2. Ist der Zen-Kreis eine Sekte?
Nein. Zen ist eine Schule des Buddhismus und damit Teil einer Weltreligion. Es gibt Checklisten mit Merkmalen als problematisch einzustufende Gruppierungen, die beispielsweise von Sektenbeauftragten der Landeskirchen oder Ministerien entwickelt wurden – diese können Sie gern mit unseren Übungen abgleichen.
3. Wie läuft ein Übungsabend ab?
Der Ablauf des Übungsabends am Montag sieht so aus:
ab 18.40 Uhr Eintreffen der Übenden, Herrichten des Übungsraumes (Zendo), kurze Einweisung von Interessenten Anmerkung: die Vorbereitungen werden auch schon als Teil der Zen-Übung verstanden und erfolgen daher konzentriert und soweit möglich in Stille
19.25 Uhr Schließen des Haupteingangs (wer zu diesem Zeitpunkt nicht da ist, kann nicht mehr am Übungsabend teilnehmen!), alle Übenden haben sich in der Zendo auf ihren Meditationsplätzen eingefunden
19.25 – 19.30 Uhr Sitzen in Stille, Sammlung in Vorbereitung auf den Übungsabend
19.30 Uhr Beginn der Übung
19.30 – 20.10 Uhr Rezitation, d. h. z. T. begleitet von Rhythmusinstrumenten werden buddhistische Texte in einer Art Sprechgesang rezitiert; Einsteiger können dies zunächst einmal  nur auf sich wirken lassen, da die Sprache fremd und das Tempo ziemlich hoch sind
20.10 – 20.15 Uhr kurze Teezeremonie, d. h. nach einem bestimmten formalen Ablauf wird grüner Tee ausgeschenkt und getrunken
20.15 – 20.40 Uhr erste Meditationsrunde (Zazen)
20.40 – 20.45 Uhr Gehmeditation (Kinhin) zur Lockerung der Beine und des Rückens – keine Pause, da die Konzentration gehalten werden soll; es ist aber möglich, auf Toilette zu gehen
20.45 – 21.10 Uhr zweite Meditationsrunde; der Zen-Lehrer hat sich zuvor in einen gesonderten Raum zurück gezogen; es besteht jetzt die Möglichkeit, für ein vertrauliches Gespräch (Dokusan) zu ihm zu gehen
21.10 – 21.15 Uhr Gehmeditation; wenn Dokusan zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sein sollte, entfällt die Gehmeditation und die Übenden können eine kleine Pause am Platz machen (z. B. sich auf der Sitzmatte hinstellen)
21.15 – 21.40 Uhr dritte Meditationsrunde
21.40 – 21.45 Uhr Abschlussrezitation
ab 21.45 Uhr Verlassen der Zendo, Aufräumen, Zeit für abschließende Gesprächsrunde
4. Ich würde gern einmal kommen, habe aber Angst, etwas falsch zu machen …
Natürlich legen wir großen Wert darauf, dass unsere Übungsabläufe genau eingehalten werden. Im Mittelpunkt stehen Achtsamkeit, das rechte Bemühen und es geht darum, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Wenn man einen Fehler macht, diesen erkennt bzw. darauf hingewiesen wird, korrigiert man einfach oder versucht es beim nächsten Mal besser hinzubekommen. Niemand wird sich darüber aufregen oder gar lustig machen! Sie werden sehen, dass selbst „alte Hasen“ immer mal kleine „Aussetzer“ haben, denn ist erstaunlich schwer, sich auf eigentlich ganz einfache Abläufe konzentrieren zu können. Die Übungsabende sind dazu da, dies zu lernen und Fehler zeigen einem, wo man steht mit den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
5. Mich verbeugen zu müssen, ist mir unangenehm …
Dieses Gefühl ist zunächst einmal nachvollziehbar, denn bei uns im Westen verbeugt man sich nicht voreinander und ein derartiges Verhalten ist daher ungewohnt bis unangenehm. Viele Einsteiger in die Zen-Praxis sehen darin Selbsterniedrigung und eine für sie nicht akzeptable Demutsgeste. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass die Zen-Übung aus einem anderen Kulturkreis stammt und Verbeugungen in diesem Zusammenhang zuallererst Respekt ausdrücken: beim Betreten des Raumes Respekt vor den bereits Anwesenden, an der Meditationsmatte Respekt vor dem Ort, beim Essen gegenüber all denjenigen, die die Nahrungsmittel hergestellt haben. Darüber hinaus sind Verbeugungen - wie auch Niederwerfungen - gute Gelegenheiten zum Ausdruck der Selbstachtung, des Sich-Selber-Ernst-Nehmens: hastig und nachlässig ausgeführt zeigen sie dem Lehrer (und einem selbst), wie es gerade um den Schüler bestellt ist…
6. Wie groß ist der Verein?
Der Zen-Kreis Halle (Saale) e. V. hat derzeit 5 feste Mitglieder und 2-3 Fördermitglieder (Stand: Januar 2012).
7. Ich würde gern kommen, habe aber Bedenken, nachts allein in Halle-Neustadt unterwegs zu sein.
Wenn Sie an einem Übungsabend teilnehmen wollen, aber Sicherheitsbedenken haben, lassen Sie es uns rechtzeitig wissen: es finden sich mit Sicherheit Lösungen wie Fahrgemeinschaften oder Begleitung zu Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, die in der Nähe sind.
8. Kostet die Teilnahme an der Übung etwas?
Die Teilnahme an zwei Übungsabenden zum Zwecke des unverbindlichen Kennenlernens ist kostenlos. Danach erheben wir eine kleine Gebühr in Höhe von 3,00 Euro pro Abend zur Deckung von Verbrauchskosten. Der Beitrag für Vereinsmitglieder beträgt 25,- Euro pro Monat. Da lt. Vereinssatzung keinem Interessenten aus finanziellen Gründen die Teilnahme an der Übung versagt werden soll, besteht die Möglichkeit, die Höhe des Beitrags in individueller Absprache mit dem Vorstand festzulegen. Die Einnahmen werden ausschließlich im Sinne des satzungsgemäßen Vereinszweckes verwendet, d. h. im Wesentlichen für die Miete, Verbrauchsmaterialien (Tee, Kerzen, Räucherstäbchen, Reinigungsmittel …) und die Vereinshaftpflicht. Die Beiträge können im Rahmen der Jahressteuererklärung als Spende geltend gemacht werden, da der Zen-Kreis Halle e. V. als gemeinnützig anerkannt ist.
9. Ich fühle mich eher einer anderen buddhistischen Richtung oder anderen Religionen verbunden – kann ich trotzdem mitmachen?
Der Zen-Kreis Halle (Saale) e. V. ist offen auch für Übende anderer buddhistischer oder religiöser Richtungen, sofern sie die Zendo-Ordnung akzeptieren.
10. Was ist das Besondere am Zen-Buddhismus?
Zen gehört zur Mahayana-Richtung des Buddhismus, in der die Übung auf das Wohl aller fühlenden Wesen ausgerichtet ist. Charakteristisches Merkmal des Zen-Buddhismus ist dessen starke Alltagsorientierung, d. h. die Anwendung von Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit im täglichen Leben. Es beruht auf den sog. “drei Pfeilern”: „Meditation“, „ethische Regeln“ sowie „Weisheit“ (Erkenntnis der Wirklichkeit) und zeichnet sich aus durch Bodenständigkeit, Einfachheit und die Konzentration auf das Wesentliche.
10. Welche ethischen Regeln soll ein Zen-Übender einhalten?
Die Grundregel lautet: „Unheilsames vermeiden und Heilsames tun“. Das Bemühen zum Einhalten von 10 grundlegenden Regeln (silas) wird empfohlen.
11. Was bedeutet „Zen in der Tradition des japanischen Rinzai-Zen“?
Seit dem 6. Patriarchen des Zen begannen sich mehrere Richtungen zu entwickeln, die auf persönlich bevorzugten Methoden der jeweiligen Zen-Meister in verschiedenen Ländern beruhten. Die Rinzai-Schule beispielsweise geht auf den  chinesischen Zen-Meister LIN-CHI-HSÜAN (jap. Rinzai Gigen, gest. 866) zurück. In Japan ist die Rinzai-Schule - neben dem Sôtô-Zen und der Obaku-Schule - eine der drei Zen-Linien, die heute noch lebendig sind. Im Rinzai übt man das Sitzen mit dem Gesicht in den Raum gewandt, während der Übende im Sôtô-Zen mit dem Gesicht zur Wand sitzt.
12. Was mache ich eigentlich während der Meditation?
Es gibt viele verschiedene Empfehlungen und Konzepte, wie eine Meditationspraxis aussehen kann. In unserer Tradition stehen die Entwicklung von Achtsamkeit und Selbsterkenntnis im Mittelpunkt. Von außen betrachtet sieht man Menschen, die 25 Minuten unbeweglich auf ihrem Meditationsplatz verbringen, die Augen dabei offen oder auch geschlossen haltend.   Im inneren Geschehen steht der Übende vor der Herausforderung, wie er in dieser Zeit mit seinen Empfindungen und insbesondere den Gedanken so umgeht, dass sie an Einfluss verlieren und reines Wahrnehmen hervortritt. Erreicht wird dies dadurch, dass zunächst der Körper zur Ruhe gebracht wird. Die Wahrnehmung richten wir dann vorzugsweise auf den Atem, da dieser als Meditationsobjekt ständig verfügbar ist.   In der Zen-Meditation wird das, was um und in uns passiert, stets nur beobachtet. Wir nehmen keinen Einfluss auf die Meditationsobjekte: wenn der Atem schnell und tief ist, nehmen wir eben das zur Kenntnis, lösen uns von dem Eindruck und beobachten weiter. Ebenso werden unweigerlich auftauchende Gedanken nur betrachtet - sobald uns bewusst wird, dass wir vom eigentlichen Meditationsthema abgekommen sind, kehren wir zu diesem zurück – ohne uns Vorwürfe zu machen oder darüber nachzusinnen, warum es uns nicht gelingt, einfach nur dazusitzen und den Atem zu betrachten.   Nach einer gewissen Zeit der Übung fällt es leichter, in einen Zustand zu kommen, der als Zustand des „reinen Gewahrseins“ bezeichnet wird. In diesem kommt es zur Erkenntnis der wahren Natur der Phänomene, nämlich, dass sie Leid behaftet und vergänglich / bedingt sind und keinen Wesenskern besitzen. Fortgeschrittene Schüler, d. h. solche, die ihre Achtsamkeit ausreichend steuern können, erhalten in der von uns praktizierten Tradition des Rinzai-Zen vom Lehrer bestimmte Aufgaben – so genannte Koans – die dann zum bevorzugten Meditationsthema gemacht werden.   Zusammenfassend ist festzustellen, dass es in der Zen-Meditation nicht darum geht, eine „gute Zeit“ zu haben, um dem Alltag und evtl. Problemen entfliehen zu können. Vielmehr befasst der Übende sich ausschließlich mit sich selbst, wobei insbesondere die Koans ordentlich am Ego rütteln und Gewohntes systematisch in Frage stellen. Das kann durchaus unbequem und frustrierend sein, letztlich ist dies aber der Weg der Selbsterkenntnis. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die durch Meditation gewonnen Erkenntnisse anschließend in den Alltag integriert werden sollten, was nochmals eine besondere Herausforderung darstellt.  
13. Was kann ich beim vertraulichen Gespräch mit dem Lehrer besprechen?
Das vertrauliche Gespräch mit dem Lehrer (Dokusan) erfolgt am Übungsmontag freiwillig auf Initiative des Übenden. Besprochen werden können alle Themen rund um die Zen-Übung, angefangen mit ganz praktischen Dingen wie z. B. zum korrekten Sitzen, über Erfahrungen bei der Anwendung des Gelernten im Alltag bis hin zu theoretischen Aspekten der buddhistischen Lehre. Fortgeschrittene Übende bekommen vom Lehrer bestimmte Meditationsaufgaben (sog. Koans) und tauschen sich dann vorrangig dazu aus.
14. Wie schaffe ich es, so lange unbeweglich zu sitzen?
Längere Zeit unbeweglich sitzen und meditieren zu können, ist eine notwendige Voraussetzung, damit auch der Geist zur Ruhe kommen kann. Wie Übende mit den körperlichen Anforderungen der Sitzmeditation klar kommen, ist höchst unterschiedlich: es gibt „Naturtalente“, aber die meisten haben zunächst Schwierigkeiten mit den Fuß- und Kniegelenken sowie der Rückenmuskulatur. Manchen fällt es auch aus Gründen einer „inneren Unruhe“ schwer, die 25minütigen Sitzrunden durchzustehen. Grundvoraussetzung für eine schmerz- und ermüdungsarme Meditation ist das Finden der individuell besten Sitzhaltung. Variiert werden können die Beinhaltung, die Sitzhöhe und Feinheiten beim Ausbalancieren des Körpers beginnend von der Neigung des Beckens, über den Oberkörper bis zum Kopf. Weiterhin spielen die Härte und Form des Sitzkissens (Zafu) sowie die Qualität der Sitzmatte (Zabuton) eine Rolle. Nicht zuletzt muss die Bekleidung bequem sein und darf insbesondere in den Kniekehlen nicht die Blutzirkulation abschnüren. Wir empfehlen, zu Hause z. B. zunächst auf Bücherstapeln (mit einem dünnen Kissen obenauf) zu üben, wo sich unterschiedliche Höhen leicht ausprobieren lassen, bevor man sich ein richtiges Meditationskissen beschafft. Zu Beginn können die Sitzrunden auch kürzer sein - selbst wenn es immer nur 5 Minuten sind – denn entscheidend ist die Regelmäßigkeit und das Bemühen, seinen Körper an die ungewohnten Anforderungen zu gewöhnen. Zur Ermutigung: In aller Regel kann man in der Gruppe viel länger durchhalten als allein. Gern können Sie zunächst auch das Angebot des freitäglichen „Freien Sitzens“ nutzen, wo der gesamte Ablauf der Übung individuell gestaltet wird und es auch möglich ist, zwischendurch Fragen zu stellen. Wenn es bei der Sitzmeditation gar nicht mehr auszuhalten ist, besteht immer die Möglichkeit, langsam und leise eine andere Position einzunehmen – keiner soll sich unnötig quälen oder seine Gesundheit gefährden. Gegebenenfalls kann auch auf einem Stuhl sitzend meditiert werden.
15. Welche theoretischen Vorkenntnisse sollte ich mitbringen?
Keine, denn die praktische Übung und das Studium der buddhistischen Lehre sollen Hand in Hand gehen.
16. Ich möchte nicht gleich einen ganzen Übungsabend mitmachen – gibt es andere Möglichkeiten, Erfahrungen mit der Zen-Übung zu sammeln?
Allen Einsteigern empfehlen wir unser Angebot zum „Freien Sitzen“, d. h. jeden Freitag besteht die Gelegenheit, ganz individuell in Kontakt mit uns und der Übung zu kommen. Im Unterschied zum straffen Ablauf am Montag passen wir hier die Dauer der Meditationsrunden und Inhalte an die jeweiligen Möglichkeiten und Interessen an; auch gibt es mehr Zeit für Erläuterungen und allgemeinen Austausch.
17. Wozu soll die lange Rezitation gut sein?
Die Zen-Übung umfasst mehr als nur die Meditation. Das gemeinsame achtsame Rezitieren verschiedener buddhistischer Texte (auf Pali, Sanskrit, Japanisch) dient dazu, einen für das nachfolgende Sitzen und die Konzentration förderlichen Energiezustand beim Einzelnen, aber auch für die gesamte Gruppe her zu stellen.
18. Muss ich zum Übungsabend etwas mitbringen und was soll ich anziehen?
Sitzkissen und Sitzmatten sind ausreichend vorhanden, Sie können aber gern auch eigenes Material nutzen. Bitte bringen Sie bequeme Bekleidung mit, die Arme und Beine komplett bedeckt; idealerweise in dunklen, gedeckten Farben. Insbesondere die Hose sollte den Blutkreislauf beim Sitzen mit gekreuzten Beinen nicht behindern. Das Tragen traditioneller (und teurer) Zen-Bekleidung ist nicht erforderlich; ein guter Kompromiss sind schwarze Karate-Anzüge. Da wir meist bei offenen Fenstern sitzen, sollten Sie zudem auf warme Bekleidung achten. Es ist auch möglich, sich eine Decke mitzubringen und umzulegen.
19. Was mache ich bei der Gehmeditation?
Nach 25 Minuten Sitzmeditation (Zazen) wird eine 5minütige Gehmeditation (Kinhin) eingefügt, die Gelegenheit bietet, Rücken, Beine und Gelenke zu entlasten und den Blutkreislauf wieder in Schwung zu bringen. Die Konzentration aus dem Zazen soll aber weiterhin gehalten werden – Kinhin ist also keine Pause, sondern als eine andere Form der Meditation fester Bestandteil der Zen-Übung. Bei Bedarf kann der Meditationsraum (Zendo) während des Kinhin kurz verlassen werden (z. B. zum Toilettenbesuch).
20. Was mache ich, wenn ich während des Übungsabends irgendwelche Probleme bekomme?
Wenn Umstände eintreten, die ein Fortsetzen der Übung nicht gestatten, können Sie sich leise erheben, zum Leiter der Übung (Jikijitsu, kurz: Jiki) gehen und sich mit ihm flüsternd zum weiteren Vorgehen abstimmen.
21. Ich würde gern an einem Übungsabend teilnehmen – soll ich mich vorher anmelden?
Eine vorherige Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, wird aber erbeten: einerseits können wir uns dann darauf einstellen, dass in der kurzen Vorbereitungszeit noch eine Einweisung einzuplanen ist. Andererseits haben wir die Möglichkeit, Sie zu informieren, falls ein Übungsabend ausnahmsweise einmal krankheits- oder berufsbedingt ausfallen muss. Bitte beachten Sie, dass der Übungsabend zwar 19.30 Uhr beginnt, vorher aber noch einige Dinge erledigt werden müssen – bitte seien Sie daher spätestens 18.45 Uhr da. Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit zu einem Vorgespräch außerhalb der Übung, für das wir gern einen individuellen Termin finden.
22. Gibt es Umstände, aus denen heraus ich lieber keine Zen-Übung machen sollte?
Die Zen-Übung dient der Selbsterkenntnis, rüttelt unablässig an den Grundfesten der Persönlichkeit und stellt Gewohntes systematisch in Frage. Eine der Aufgaben des Lehrers besteht darin, „dem Schüler immer wieder den großen Ball des Zweifels zuzuwerfen“. Der Übende sollte also Kritik, auftauchende unangenehme Eindrücke, Frustration und zeitweise ausbleibende Fortschritte bei der Zen-Übung aushalten und konstruktiv damit umgehen können. Erforderlich ist also eine halbwegs stabile psychische Verfassung und Interessenten mit ernsthafteren Problemen sollten von der Übung lieber Abstand nehmen bzw. bei auftretenden Schwierigkeiten eine Weile aussetzen. Zen ist keine Therapieform, zumal die westlichen Methoden der Psychotherapie als weitaus leistungsfähiger einzuschätzen sind.
23. Was ist, wenn ich bestimmte Dinge nicht (mit)machen möchte?
Wir bitten darum, dass Sie sich im Vorfeld detailliert über Inhalt und Ablauf der Übungsabende informieren und unterbreiten dafür entsprechende Angebote (Informationen auf unserer Homepage und das freitägliche „Freie Sitzen“ sowie die Möglichkeit, mit uns zuvor telefonisch oder per Mail in Kontakt zu treten und bestehende Frage zu klären). Wenn Sie dann zur Übung kommen, gehen wir davon aus, dass Sie die Zendo-Ordnung akzeptieren, aktiv teilnehmen und den Ablauf nicht stören werden. Wir versichern Ihnen, dass die Zen-Übung keine Elemente aufweist, die ethisch-moralisch zu beanstanden sind. Wenn Umstände eintreten, die Ihnen eine weitere Teilnahme am Übungsabend unmöglich machen (z. B. Probleme beim Sitzen), steht es Ihnen selbstverständlich jederzeit frei, nach kurzer Abstimmung mit dem Leiter der Übung zu gehen.
24. Ich bin noch nicht volljährig – darf ich trotzdem mitmachen?
Minderjährige dürfen nur an der Zen-Übung teilnehmen, wenn unser Zen-Lehrer dies in einem persönlichen Gespräch mit den Erziehungsberechtigten besprochen und deren Einverständnis eingeholt hat.
25. Was sind Koans?
Koans sind kurze Texte, oft eine Begegnung zwischen einem Zen-Meister und einem Zen-Schüler darstellend. Verlauf und Pointen wirken auf den Laien meist vollkommen paradox, unverständlich oder sinnlos. Die Vorläufer der Koans waren berühmte Fragen und Antworten früherer Meister und Schüler, bedeutungsvolle Reden von Meistern und Anekdoten über diese sowie Fragmente einiger buddhistischer Sutras. Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit verfügen sie über einen faktischen Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist, Aspekte der Zen-Philosophie ausdrückt und stets Bezüge zur Lebenswirklichkeit auch heutiger Übender aufweist. Für die meisten Koans werden verstandesmäßige Lösungen als falsch angesehen. Der eigentliche Sinn erschließt sich nur intuitiv, ohne Worte. Anhand der Reaktion des Schülers auf das Koan im persönlichen Gespräch (Dokusan) kann der erfahrene Meister erkennen, ob der Schüler den wahren Gehalt erfasst hat oder ob er in Illusion und Irrtum verharrt. Zen-Übende müssen eine ganze Reihe von Koans unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade meistern, wodurch die Entwicklung von Weisheit und intuitivem Handeln gefördert wird.
26. Die Übungsräume des Vereins sehen so normal aus …
Zen ist einfach und pragmatisch – wir brauchen nicht mehr als einen schlichten Raum, Sitzmatten, Sitzkissen, einen Schrein sowie wenige Gerätschaften (wie Klangschalen, Rhythmusinstrumente, Tee-Zubehör), um gut üben zu können. Das Imitieren japanischer Einrichtungsstile ist nicht notwendig. Im Soziokulturellen Zentrum Pusteblume haben wir einen kleinen Raum gemietet, in dem alles aufbewahrt wird und der beim Übungsabend als Dokusan-Raum genutzt wird. Der eigentliche Übungsraum – die Zendo – steht uns nur für die Zeit der Übung zur Verfügung und wird kurz zuvor mit wenig Aufwand eingerichtet und anschließend wieder beräumt.
27. Welche Kosten fallen für die Teilnahme an der Zen-Übung an?
Laut Vereinssatzung soll keinem Interessenten die Teilnahme an der Übung verwehrt bleiben. Unabhängig davon gibt es natürlich eine weltliche Ebene, auf der unser Verein Mietkosten bezahlen und für Verbrauchsmaterialien (Tee, Räucherstäbchen, Putzmittel etc.) und eine Vereinshaftpflicht aufkommen muss. Daher erheben wir sehr moderate Kosten, die nach Absprache an die individuellen Gegebenheiten angepasst werden können. Dank freiwilliger Mehrleistungen von Vereinsmitgliedern und Spenden sind wir bisher in der Lage, finanzschwache Übende unterstützen zu können. Es besteht die Möglichkeit, als Fördermitglied pro Übungsabend einen Beitrag in Höhe von 3,- Euro zu leisten. Vereinsmitglieder bezahlen monatlich einen Pauschalbetrag in Höhe von 25,- Euro - freiwillig mehr. Bei Sesshins ist es üblich, auf freiwilliger Basis eine Spende an den Verein und / oder den Zen-Lehrer zu geben. Dies erfolgt anonym und ist in der Höhe völlig frei gestellt.
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>> Infos zum typischen Ablauf eines Übungsabends
>> Videos zum typischen Ablauf eines Übungsabends

Der Zen-Kreis Halle (Saale) e.V. versteht sich als Gemeinschaft, in der vorrangig Zen in der Rinzai-Tradition praktiziert wird. Willkommen sind auch an Meditation Interessierte, die keinen oder anderen buddhistischen Schulen angehören. Auf den folgenden Seiten haben Sie die Möglichkeit, sich über unsere Übung und vielfältigen Aktivitäten zu informieren. Mögen alle Wesen glücklich sein!

Meditation im Juli

Bedingt durch unangekündigte Bauarbeiten im Objekt „Pusteblume“ ist unklar, ob und wie wir den Übungsbetrieb bis ca. Ende Oktober aufrecht erhalten können. Bitte hier in den nächsten Tagen immer mal reinschauen und zum aktuellen Stand der Dinge informieren.

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Sesshin-Termine 2018

Wir haben die Sesshin-Termine für das Jahr 2018 fest gelegt und laden Euch hiermit ganz herzlich ein!

>> Terminübersicht

Wochenend-Sesshin Juni 2018

Wir laden herzlich ein zum Wochenend-Sesshin des Zen-Kreises Halle (Saale) e.V. unter Leitung unseres Lehrers Sensei Rei Sei (Dr. Johannes Pohl).
Details »

Zen-Gedicht von Obaku

Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
die Dir in die Knochen fährt –
wie könnten die Pflaumenblüten
dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?

Vorträge in Berufsbildender Schule

Auf Einladung der Berufsbildenden Schule 5 in Halle (Saale) hielt Zen-Lehrer Dr. Johannes Pohl (Rei Sei Sensei) auf deren Toleranztag am 15.12.2016 Vorträge zum Thema Buddhistische Rituale und leitete Meditationen zuzm Thema Mitgefühl an.