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Einsteiger-Infos

Herzlichen Dank für Ihr Interesse am Übungsangebot des Zen-Kreises Halle (Saale) e. V. Gern wollen wir insbesondere Einsteigern ohne Vorerfahrungen den Zugang zum Themenkreis „Buddhismus, Zen-Buddhismus und Zen-Meditation“ erleichtern, denn vor allem die praktische Übung bedarf im Vorfeld einiger Erläuterungen. Uns ist es wichtig, dass Sie ein Gefühl für die Formen, Inhalte und den Sinn einer aus einem anderen Kulturkreis stammenden Religion bzw. Weltanschauung mit einer mehr als 2000-jährigen Tradition bekommen. Wir möchten, dass Sie einschätzen können, was Sie an einem Übungsabend erwartet und wir möchten Sie ermutigen, sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Sie nach einer evtl. Teilnahme an einem Übungsabend nicht ausfragen, wie es war, Sie nicht auffordern werden, wieder zu kommen und mit Ihnen auch keinen unaufgeforderten Kontakt suchen. Dies ist kein Ausdruck von Desinteresse oder elitäres Gehabe, sondern ein Zeichen des Respekts vor Ihrer Person und Ihrer Entscheidungsfindung. Wir missionieren nicht und da Zen letztlich nur einer von vielen spirituellen Wegen ist, liegt es uns fern, diesen Weg als besser, den besten oder gar „einzig wahren“ zu präsentieren.

Häufig gestellte Fragen

Nachstehend haben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt, die insbesondere von Einsteigern in die Zen-Übung gestellt werden. Falls Themen fehlen, bitte melden.

  • Gibt es ein Online-Angebot?

    Es besteht die Möglichkeit, online an den Übungsabenden und Wochenendveranstaltungen (Sesshins) teilzunehmen. Die Zugangsdaten zu der von uns genutzten Zoom-Plattform erhalten Sie nach einem Vorgespräch vom Übungsleiter.

  • Welche Kosten fallen für die Teilnahme an der Zen-Übung an?

    Laut Vereinssatzung soll keinem Interessenten die Teilnahme an der Übung verwehrt bleiben. Unabhängig davon gibt es natürlich eine weltliche Ebene, auf der unser Verein Mietkosten bezahlen und für Verbrauchsmaterialien (Tee, Räucherstäbchen, Putzmittel etc.), eine Vereinshaftpflicht aufkommen und die Refinanzierung der Technik sowie laufenden Kosten für die neuen Online-Angebote realisieren muss. Trotzdem erheben wir sehr moderate Beiträge, die nach Absprache an die individuellen Gegebenheiten angepasst werden können. Dank freiwilliger Mehrleistungen von Vereinsmitgliedern und Spenden sind wir bisher auch in der Lage, finanzschwache Übende unterstützen zu können.

    Die Teilnahme an den ersten zwei Übungsabenden zum Zwecke des unverbindlichen Kennenlernens ist kostenlos. Danach erheben wir bei Nicht-Mitgliedern eine Gebühr in Höhe von 3 EUR. Der Beitrag für Vereinsmitglieder beträgt 25 EUR pro Monat oder freiwillig mehr. Die Beiträge können im Rahmen der Jahressteuererklärung als Spende geltend gemacht werden, da der Zen-Kreis Halle e. V. als gemeinnützig anerkannt ist.

    Für die Teilnahme an einem Sesshin bezahlen Vereinsmitglieder 25 Euro und Gäste 35 Euro (jeweils inkl. Übernachtung und Vollverpflegung). Es ist zudem üblich, bei Sesshins auf freiwilliger Basis eine Spende an den Verein und / oder den Zen-Lehrer zu geben. Dies erfolgt anonym und ist in der Höhe völlig freigestellt.

  • Die Übungsräume des Vereins sehen so normal aus …

    Zen ist einfach und pragmatisch – wir brauchen nicht mehr als einen schlichten Raum, Sitzmatten, Sitzkissen, einen Schrein sowie wenige Gerätschaften (wie Klangschalen, Rhythmusinstrumente, Tee-Zubehör), um gut üben zu können. Das Imitieren japanischer Einrichtungsstile ist nicht notwendig. Im Nachbarschaftszentrum Pusteblume haben wir einen kleinen Raum gemietet, in dem alles aufbewahrt wird und der beim Übungsabend als Dokusan-Raum genutzt wird. Der eigentliche Übungsraum – die Zendo – steht uns nur für die Zeit der Übung zur Verfügung und wird kurz zuvor mit wenig Aufwand eingerichtet und anschließend wieder beräumt.

  • Was sind Koan?

    Koan sind kurze Texte, oft eine Begegnung zwischen einem Zen-Meister und einem Zen-Schüler darstellend. Verlauf und Pointen wirken auf den Laien meist vollkommen paradox, unverständlich oder sinnlos. Die Vorläufer der Koan waren berühmte Fragen und Antworten früherer Meister und Schüler, bedeutungsvolle Reden von Meistern und Anekdoten über diese sowie Fragmente einiger buddhistischer Sutras. Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit verfügen sie über einen faktischen Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist, Aspekte der Zen-Philosophie ausdrückt und stets Bezüge zur Lebenswirklichkeit auch heutiger Übender aufweist. Für die meisten Koan werden verstandesmäßige Lösungen als falsch angesehen. Der eigentliche Sinn erschließt sich nur intuitiv, ohne Worte. Anhand der Reaktion des Schülers auf das Koan im persönlichen Gespräch (Dokusan) kann der erfahrene Meister erkennen, ob der Schüler den wahren Gehalt erfasst hat oder ob er in Illusion und Irrtum verharrt. Zen-Übende sollen eine ganze Reihe von Koan unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade meistern, wodurch die Entwicklung von Weisheit und intuitivem Handeln gefördert wird.

  • Ich bin noch nicht volljährig – darf ich trotzdem mitmachen?

    Minderjährige dürfen nur an unserer Zen-Übung teilnehmen, wenn unser Zen-Lehrer dies in einem persönlichen Gespräch mit den Erziehungsberechtigten besprochen und deren Einverständnis eingeholt hat.

  • Was ist, wenn ich bestimmte Dinge nicht (mit)machen möchte?

    Wir bitten darum, dass Sie sich im Vorfeld detailliert über Inhalt und Ablauf der Übungsabende informieren und unterbreiten dafür entsprechende Angebote (Informationen auf unserer Homepage und die Möglichkeit, mit uns zuvor telefonisch, per E-Mail oder via Online-Video-Tools in Kontakt zu treten). Wenn Sie dann zur Übung kommen, gehen wir davon aus, dass Sie die Zendo-Ordnung akzeptieren, aktiv teilnehmen und den Ablauf nicht stören werden. Wir versichern Ihnen, dass die Zen-Übung keine Elemente aufweist, die ethisch-moralisch zu beanstanden sind. Wenn Umstände eintreten, die Ihnen eine weitere Teilnahme am Übungsabend unmöglich machen (z. B. Probleme beim Sitzen), steht es Ihnen - nach kurzer Abstimmung mit dem Leiter der Übung - selbstverständlich jederzeit frei zu gehen.

  • Gibt es Umstände, aus denen heraus ich lieber keine Zen-Übung machen sollte?

    Die Zen-Übung dient der Selbsterkenntnis, rüttelt unablässig an den Grundfesten der Persönlichkeit und stellt Gewohntes systematisch in Frage. Eine der Aufgaben des Lehrers besteht darin, „dem Schüler immer wieder den großen Ball des Zweifels zuzuwerfen“. Der Übende sollte also Kritik, auftauchende unangenehme Eindrücke, Frustration und zeitweise ausbleibende Fortschritte bei der Zen-Übung aushalten und konstruktiv damit umgehen können. Erforderlich ist also eine halbwegs stabile psychische Verfassung und Interessenten mit ernsthafteren Problemen sollten daher von der Übung lieber Abstand nehmen bzw. bei auftretenden Schwierigkeiten eine Weile aussetzen. Zen ist keine Therapieform, zumal die westlichen Methoden der Psychotherapie als weitaus leistungsfähiger einzuschätzen sind.

  • Ich würde gern an einem Übungsabend teilnehmen – soll ich mich vorher anmelden?

    Eine vorherige Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, wird aber erbeten: einerseits können wir uns dann darauf einstellen, dass in der kurzen Vorbereitungszeit beim Übungsabend noch eine Einweisung einzuplanen ist und wissen, wie viele Meditationsplätze vorzubereiten sind. Andererseits haben wir die Möglichkeit, Sie zu informieren, falls ein Übungsabend ausnahmsweise einmal krankheits- oder berufsbedingt ausfallen muss. Bitte beachten Sie, dass der Übungsabend zwar 19.30 Uhr beginnt, vorher aber noch einige Dinge erledigt werden müssen – bitte seien Sie daher spätestens 18.45 Uhr da. Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit zu einem Vorgespräch außerhalb der Übung, für das wir gern einen individuellen Termin finden.

  • Was mache ich, wenn ich während des Übungsabends irgendwelche Probleme bekomme?

    Wenn Umstände eintreten, die Ihnen ein Fortsetzen der Übung nicht gestatten, können Sie sich leise erheben, zum Leiter der Übung (Jikijitsu, kurz: Jiki) gehen und sich mit ihm flüsternd zum weiteren Vorgehen abstimmen.

  • Was mache ich bei der Geh-Meditation?

    Nach 25 min Sitzmeditation (Zazen) wird eine 5-minütige Geh-Meditation (Kinhin) eingefügt, die Gelegenheit bietet, Rücken, Beine und Gelenke zu entlasten und den Blutkreislauf wieder in Schwung zu bringen. Die Konzentration aus dem Zazen soll aber weiterhin gehalten werden – Kinhin ist also keine Pause, sondern eine andere Form der Meditation und somit fester Bestandteil der Zen-Übung. Bei Bedarf kann der Meditationsraum (Zendo) während des Kinhin kurz verlassen werden (z. B. zum Toilettenbesuch).

  • Muss ich zum Übungsabend etwas mitbringen und was soll ich anziehen?

    Sitzkissen und Sitzmatten sind ausreichend vorhanden, Sie können aber gern auch eigenes Material nutzen. Bitte bringen Sie bequeme Bekleidung mit, die Arme und Beine komplett bedeckt; idealerweise in dunklen, gedeckten Farben. Insbesondere die Hose sollte den Blutkreislauf beim Sitzen mit gekreuzten Beinen nicht behindern. Das Tragen traditioneller (und teurer) Zen-Bekleidung ist nicht erforderlich; ein guter (auch preislicher) Kompromiss sind schwarze Karate-Anzüge. Da wir meist bei offenen Fenstern sitzen, sollten Sie zudem auf warme Bekleidung achten, da man beim unbeweglichen Sitzen schnell auskühlt. Es ist auch möglich, sich eine Decke mitzubringen und umzulegen.

  • Wozu soll die lange Rezitation gut sein?

    Die Zen-Übung umfasst mehr als nur die Meditation. Das gemeinsame achtsame Rezitieren verschiedener buddhistischer Texte (auf Pali, Sanskrit, Japanisch) dient dazu, einen für das nachfolgende Sitzen und die Konzentration förderlichen Energiezustand beim Einzelnen, aber auch für die gesamte Gruppe herzustellen.

  • Welche theoretischen Vorkenntnisse sollte ich mitbringen?

    Keine, denn die praktische Übung und das Studium der buddhistischen Lehre kann Hand in Hand gehen.

  • Wie schaffe ich es, so lange unbeweglich zu sitzen?

    Längere Zeit unbeweglich sitzen und meditieren zu können, ist eine notwendige Voraussetzung, damit auch der Geist zur Ruhe kommt. Welche körperlichen Anforderungen die Sitzmeditation mit sich bringt, ist höchst unterschiedlich: es gibt „Naturtalente“, aber die meisten haben zunächst Schwierigkeiten mit den Fuß- und Kniegelenken sowie der Rückenmuskulatur. Manchen fällt es auch aus Gründen einer „inneren Unruhe“ schwer, die 25-minütigen Sitzrunden durchzustehen. Grundvoraussetzung für eine schmerz- und ermüdungsarme Meditation jedenfalls ist das Finden der individuell besten Sitzhaltung. Variiert werden können die Positionierung der Beine, die Sitzhöhe und Feinheiten beim Ausbalancieren des Körpers beginnend von der Neigung des Beckens, über den Oberkörper bis zum Kopf. Weiterhin spielen die Härte und Form des Sitzkissens (Zafu) sowie die Qualität der Sitzmatte (Zabuton) eine Rolle. Nicht zuletzt muss die Bekleidung bequem sein und darf insbesondere in den Kniekehlen nicht die Blutzirkulation abschnüren. Wir empfehlen, zu Hause z. B. zunächst auf Bücherstapeln (mit einem dünnen Kissen obenauf) zu üben, wo sich unterschiedliche Höhen leicht ausprobieren lassen, bevor man sich ein richtiges Meditationskissen beschafft. Der Verein verfügt über verschiedenste Kissen und auch Meditationsbänke, die beim Übungsabend ausprobiert werden können. Zu Beginn der individuellen Meditation zu Hause können die Sitzrunden auch kürzer sein – selbst wenn es immer nur 5 min sind – denn entscheidend ist die Regelmäßigkeit und das Bemühen, seinen Körper an die neuen Anforderungen zu gewöhnen. Zur Ermutigung: In aller Regel kann man in der Gruppe viel länger durchhalten als allein. Wenn es bei der Sitzmeditation gar nicht mehr auszuhalten ist, besteht immer die Möglichkeit, langsam und leise eine andere Position einzunehmen – keiner soll sich unnötig quälen oder seine Gesundheit gefährden. Gegebenenfalls kann auch auf einem Stuhl sitzend (möglichst ohne sich anzulehnen) meditiert werden.

  • Was kann ich beim vertraulichen Gespräch mit dem Lehrer besprechen?

    Das vertrauliche Gespräch mit dem Lehrer (Dokusan) erfolgt am Übungsmontag freiwillig auf Initiative des Übenden. Besprochen werden können alle Themen rund um die Zen-Übung, angefangen mit ganz praktischen Dingen wie z. B. zum korrekten Sitzen, über Erfahrungen bei der Anwendung des Gelernten im Alltag bis hin zu theoretischen Aspekten der buddhistischen Lehre. Fortgeschrittene Übende bekommen vom Lehrer bestimmte Meditationsaufgaben (sog. Koan) und tauschen sich dann vorrangig dazu aus.

  • Was mache ich eigentlich während der Meditation?

    Es gibt viele verschiedene Empfehlungen und Konzepte, wie eine Meditationspraxis aussehen kann. In unserer Tradition steht die Entwicklung von Achtsamkeit und Selbsterkenntnis im Mittelpunkt. Von außen betrachtet sieht man Menschen, die 25 min unbeweglich auf ihrem Meditationsplatz verbringen, die Augen dabei offen oder auch geschlossen haltend. Im inneren Geschehen steht der Übende vor der Herausforderung, wie er in dieser Zeit mit seinen Empfindungen und insbesondere den Gedanken so umgeht, dass sie an Einfluss verlieren und reines Wahrnehmen hervortritt.

    Erreicht wird dies dadurch, dass zunächst der Körper zur Ruhe gebracht wird. Die Wahrnehmung richten wir dann vorzugsweise auf den Atem, da dieser als Meditationsobjekt ständig verfügbar ist. In der Zen-Meditation wird das, was um und in uns passiert, stets nur beobachtet. Wir nehmen keinen Einfluss auf die Meditationsobjekte: wenn der Atem schnell und tief ist, nehmen wir dies kommentarlos zur Kenntnis, lösen uns von dem Eindruck und beobachten weiter. Ebenso werden unweigerlich auftauchende Gedanken nur betrachtet. Sobald uns bewusst wird, dass wir vom eigentlichen Meditationsthema (z.B. beim Zählen der Atemzüge jeweils bis 10) abgekommen sind, kehren wir zu diesem zurück, ohne uns Vorwürfe zu machen oder darüber nachzusinnen, warum es uns nicht gelingt, einfach nur dazusitzen und den Atem zu betrachten (zu zählen). Nach einer gewissen Zeit der Übung fällt es leichter, in einen Zustand zu kommen, der als Zustand des „reinen Gewahrseins“ bezeichnet wird. In diesem kommt es zur Erkenntnis der wahren Natur der Phänomene, nämlich, dass sie Leid behaftet und vergänglich / bedingt sind und keinen Wesenskern besitzen. Fortgeschrittene Schüler, d. h. solche, die ihre Achtsamkeit ausreichend steuern können, erhalten in der von uns praktizierten Tradition des Rinzai-Zen vom Lehrer bestimmte Aufgaben – sogenannte Koan – die dann zum bevorzugten Meditationsthema gemacht werden. Eines der sog. Einstiegs-Koan ist z.B. die Frage "Warum scheißen die Vögel auf Buddhas Kopf?"

    Zusammenfassend ist festzustellen, dass es in der Zen-Meditation nicht darum geht, eine „gute Zeit“ zu haben, um dem Alltag und evtl. Problemen entfliehen zu können. Vielmehr befasst der Übende sich ausschließlich mit sich selbst, wobei insbesondere die Koan ordentlich am Ego rütteln und Gewohntes systematisch in Frage stellen. Das kann durchaus unbequem und frustrierend sein, letztlich ist dies aber der Weg der Selbsterkenntnis. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die durch Meditation gewonnen Erkenntnisse in den Alltag integriert werden sollen, was nochmals eine besondere Herausforderung darstellt.  

  • Was bedeutet „Zen in der Tradition des japanischen Rinzai-Zen“?

    Seit dem 6. Patriarchen des Zen begannen sich mehrere Richtungen zu entwickeln, die auf persönlich bevorzugten Methoden der jeweiligen Zen-Meister in verschiedenen Ländern beruhten. Die Rinzai-Schule beispielsweise geht auf den chinesischen Zen-Meister Lin-Chi-Hsüan (jap. Rinzai Gigen, gest. 866) zurück. In Japan ist die Rinzai-Schule – neben dem Sôtô-Zen – eine der beiden größten Zen-Linien. Im Rinzai übt man z. B. das Sitzen mit dem Gesicht zum Raum gewandt, während die Übenden im Sôtô-Zen mit dem Gesicht zur Wand sitzen. Im Sôtô wird eher selten mit Koan gearbeitet.

  • Welche ethischen Regeln soll ein Zen-Übender einhalten?

    Die Grundregel lautet: „Unheilsames vermeiden und Heilsames tun“. Das Bemühen zum Einhalten von 10 grundlegenden Regeln (silas) wird empfohlen.

  • Was ist das Besondere am Zen-Buddhismus?

    Zen gehört zur Mahayana-Richtung des Buddhismus, in der die Übung auf das Wohl aller fühlenden Wesen ausgerichtet ist. Charakteristisches Merkmal des Zen-Buddhismus ist dessen starke Alltagsorientierung, d. h. die Anwendung von Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit im täglichen Leben. Es beruht auf den sog. “drei Pfeilern”: „Meditation“, „ethische Regeln“ sowie „Weisheit“ (Erkenntnis der Wirklichkeit) und zeichnet sich aus durch Bodenständigkeit, Einfachheit und die Konzentration auf das Wesentliche.

  • Ich fühle mich eher einer anderen buddhistischen Richtung oder anderen Religionen verbunden – kann ich trotzdem mitmachen?

    Der Zen-Kreis Halle (Saale) e. V. ist offen auch für Übende anderer buddhistischer oder religiöser Richtungen, sofern sie die Zendo-Ordnung akzeptieren.

  • Ich würde gern kommen, habe aber Bedenken, nachts allein unterwegs zu sein.

    Wenn Sie an einem Übungsabend teilnehmen wollen, aber Sicherheitsbedenken haben, lassen Sie es uns rechtzeitig wissen: es finden sich mit Sicherheit Lösungen wie Fahrgemeinschaften oder Begleitung zu Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, die in der Nähe sind.

  • Wie groß ist der Verein?

    Der Zen-Kreis Halle (Saale) e. V. hat derzeit 14 Vollmitglieder und ca. 10 Fördermitglieder (Stand: April 2022).

  • Mich verbeugen zu müssen, ist mir unangenehm …

    Dieses Gefühl ist zunächst einmal nachvollziehbar, denn bei uns im Westen verbeugt man sich nicht voreinander und ein derartiges Verhalten kann daher ungewohnt bis unangenehm sein. Viele Einsteiger in die Zen-Praxis sehen darin Selbsterniedrigung und eine für sie nicht akzeptable Demutsgeste. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass die Zen-Übung aus einem anderen Kulturkreis stammt und Verbeugungen in diesem Zusammenhang Respekt ausdrücken: beim Betreten des Raumes Respekt vor den bereits Anwesenden, an der Meditationsmatte Respekt vor dem Ort, beim Essen gegenüber all denjenigen, die die Nahrungsmittel hergestellt haben. Darüber hinaus sind Verbeugungen – wie auch Niederwerfungen – gute Gelegenheiten zum Ausdruck der Selbstachtung, des Sich-Selber-Ernst-Nehmens: hastig und nachlässig ausgeführt zeigen sie dem Lehrer (und einem selbst), wie es gerade um den Schüler bestellt ist.

  • Ich würde gern einmal kommen, habe aber Angst, etwas falsch zu machen …

    Natürlich legen wir großen Wert darauf, dass unsere Übungsabläufe genau eingehalten werden. Im Mittelpunkt stehen Achtsamkeit, das rechte Bemühen und es geht darum, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Wenn man einen Fehler macht, diesen erkennt bzw. darauf hingewiesen wird, korrigiert man einfach oder versucht, es beim nächsten Mal besser hinzubekommen. Niemand wird sich darüber aufregen oder gar lustig machen! Sie werden sehen, dass selbst „alte Hasen“ immer mal kleine „Aussetzer“ haben, denn ist erstaunlich schwer, sich auf eigentlich ganz einfache Abläufe konzentrieren zu können. Die Übungsabende sind dazu da, dies zu lernen und Fehler zeigen einem, wo man steht mit den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

  • Wie läuft ein Übungsabend im Detail ab?

    ab 18.40 UhrEintreffen der Übenden, Herrichten des Übungsraumes (Zendo), kurze Einweisung von Interessenten Anmerkung: die Vorbereitungen werden auch schon als Teil der Zen-Übung verstanden und erfolgen daher konzentriert und soweit möglich in Stille
    19.15 UhrSchließen des Haupteingangs (wer zu diesem Zeitpunkt nicht da ist, kann nicht mehr am Übungsabend teilnehmen!), alle Übenden haben sich in der Zendo auf ihren Meditationsplätzen eingefunden
    19.25 – 19.30 UhrSitzen in Stille, Sammlung in Vorbereitung auf den Übungsabend
    19.30 UhrBeginn der Übung
    19.30 – 20.10 UhrRezitation, d. h. z. T. begleitet von Rhythmusinstrumenten werden buddhistische Texte in einer Art Sprechgesang rezitiert; Einsteiger können dies zunächst einmal nur auf sich wirken lassen, da die Sprache fremd und das Tempo relativ hoch sind
    20.10 – 20.15 Uhrkurze Teezeremonie, d. h. nach einem bestimmten formalen Ablauf wird grüner Tee ausgeschenkt und getrunken
    20.15 – 20.40 Uhrerste Meditationsrunde (Zazen)
    20.40 – 20.45 UhrGehmeditation (Kinhin) zur Lockerung der Beine und des Rückens – keine Pause, da die Konzentration gehalten werden soll; es ist aber möglich, auf Toilette zu gehen
    20.45 – 21.10 Uhrzweite Meditationsrunde; der Zen-Lehrer hat sich zuvor in einen gesonderten Raum zurückgezogen; es besteht jetzt die Möglichkeit, für ein vertrauliches Gespräch (Dokusan) zu ihm zu gehen
    21.10 – 21.15 UhrGehmeditation; wenn Dokusan zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sein sollte, entfällt die Gehmeditation und die Übenden können eine kleine Pause am Platz machen (z. B. sich auf der Sitzmatte hinstellen)
    21.15 – 21.40 Uhrdritte Meditationsrunde
    21.40 – 21.45 UhrAbschlussrezitation
    ab 21.45 UhrVerlassen der Zendo, Aufräumen, Zeit für individuellen Austausch
  • Ist der Zen-Kreis eine Sekte?

    Nein. Zen ist eine Schule des Buddhismus und damit Teil einer Weltreligion. Es gibt Checklisten mit Merkmalen als problematisch einzustufende Gruppierungen, die beispielsweise von Sektenbeauftragten der Landeskirchen oder Ministerien entwickelt wurden – diese können Sie gern mit unseren Übungen abgleichen.

  • Warum sollte ich Zen praktizieren?

    Um eine tiefe Zufriedenheit, Glückseligkeit, Weisheit und Mitgefühl zu entwickeln.

Rapsblüten!
der Mond im Osten
die Sonne im Westen

Yosa Buson