Rinzai-Zen
Seit dem 6. Patriarchen des Zen begannen sich
mehrere Richtungen zu entwickeln, die auf persönlichen Methoden
der jeweiligen Zen-Meister beruhten. Die Rinzai-Schule wurde vom
chinesischen Zen-Meister LIN-CHI-HSÜAN (jap. Rinzai Gigen)
gegründet.
In Japan ist die Rinzai-Schule - neben dem Sôtô-Zen
- eine der beiden Zen-Linien, die heute noch lebendig sind. Das
von Buddha entdeckte Zazen wird in allen Zen-Richtungen praktiziert.
Im Rinzai übt man das Sitzen mit dem Gesicht in den Raum
gewandt, während der Übende im Sôtô-Zen
mit dem Gesicht zur Wand sitzt. Im Rinzai-Zazen liegt die Betonung
mehr auf dem Kanna-Zen (Zen der Betrachtung der Worte), während
im Sôtô-Zazen mehr das Mokushô (Zen der stillen
Erleuchtung) geübt wird.
Hauptunterschied
zum Sôtô-Zen ist die stärkere Bindung des Rinzai
an die Arbeit mit traditionellen Koans. Kõ-an bedeutet
wörtlich eine "Urkunde" oder eine "gesetzliche
Verordnung". Heute bedeutet es die Anekdote eines alten Meisters,
das Zwiegespräch zwischen Meister und Mönchen oder eine
Feststellung oder Frage, die von einem Lehrer vorgebracht wurde
- Mittel, die dazu dienen sollen, den Geist für die Wahrheit
des Zen zu öffnen. Scheinbar paradoxe Situationen blockieren
die alltäglichen, auf einer physikalisch-logischen Basis
stehenden Denkweisen der Zen-Schüler und zerstören sie
systematisch, damit eine neue Ordnung der Dinge im Sinne der Zen-Erfahrung
entstehen kann.
Der Schüler "arbeitet" während
des Zazen und im Alltag an den Koans und hat die Möglichkeit,
während des Dokusan im vertraulichen Gespräch seine
Antworten zu geben bzw. Fragen zu stellen.
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